Kunsthalle
„Bei allen Heiligen des Reiches … was ist DAS denn?
Ein Kunstpalast ohne Türmchen, ohne goldene Verzierungen, ohne Marmorengel? Und dennoch nennen die Menschen es eine Kunsthalle!
Zu meiner Zeit schmückten Gemälde die Säle der Fürsten. Künstler malten Könige, Schlachten und göttliche Wunder — und wehe dem Maler, der einer Herzogin eine zu große Nase verlieh.
Doch hier scheint die Kunst völlig andere Wege gegangen zu sein.
Seht euch dieses Gebäude an: streng, kantig, beinahe trotzig. Fast so, als wolle es sagen: ‚Nicht das Gebäude soll glänzen — sondern die Ideen darin.‘ Ein gewagter Gedanke, das muss selbst ich zugeben.
Und dennoch erkenne ich etwas Vertrautes.
Denn Düsseldorf war schon zu meiner Zeit eine Stadt der Künstler. Musiker, Bildhauer und Maler kamen an meinen Hof. Ich liebte die Kunst — nicht nur, weil sie schön war, sondern weil sie Menschen zum Nachdenken brachte.
Vielleicht hat sich also gar nicht alles verändert.
Früher malte man Heilige auf Leinwand. Heute stellen Künstler seltsame Formen in leere Räume und nennen es eine Botschaft. Hm. Manches verstehe ich nicht … aber vielleicht muss Kunst genau das tun: Fragen stellen.
Vielleicht verbirgt sich auch einer unserer Hinweise hier — zwischen moderner Kunst und alten Erinnerungen.
Kommt. Lasst uns sehen, welche Geheimnisse diese neue Welt der Kunst für uns bereithält.“
Vier steinerne Damen stehen schweigend vor der Kunsthalle. Welches Instrument trägt eine der Figuren?
Für Neugierige: Die Kunsthalle
Die Kunsthalle Düsseldorf liegt am Grabbeplatz, mitten zwischen Altstadt und Hofgarten. An ihrer Stelle standen früher verschiedene Gebäude, unter anderem Teile der alten Stadtbefestigung. In den 1960er-Jahren entstand hier der heutige, moderne Bau mit seiner klaren, eher nüchternen Fassade. Innen zeigt die Kunsthalle wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst – von Malerei und Skulptur bis zu Installationen und Medienkunst. So verbindet der Ort heute Düsseldorfs Geschichte als Residenzstadt mit ihrem Ruf als moderne Kunstmetropole.